Nach langer Pause gibts endlich mal wieder ein Lebenszeichen.
Von der sonnigen und lieblichen Gegend um Nelson gings für uns nach der Wanderung in den Tablelands weiter an die Westcoast.
Die mit Regenwald und mannshohem Neuseelandflachs bewachsene Küste fällt steil in die wilde Tasmansee ab, die aufgewühlt zwischen der Südinsel und der Westinsel (Australien) liegt.
An Baden war bei 3m Wellen und Felsküste zwar nicht mehr zu denken, aber gestaunt haben wir dafür umso mehr.
Nicht nur die Landschaft und Vegetation änderte sich dramatisch, wir machten auch neue Bekanntschaften mit der Fauna.
So gehörten die Sandflies nun zu unseren ständigen Begleitern. Diese netten kleinen Zeitgenossen sind so groß wie Fruchtfliegen, treten meistens in großen Schwärmen auf und ritzen die Haut ein um dann unser Blut zu saugen. Manche von Euch kennen sie vielleicht aus Schottland oder Schweden, wo sie Midges oder Knots heißen.
Wenn man morgens im Zelt aufwacht und denkt es regnet, aber kurze Zeit später feststellen muss, dass einfach nur hunderte von Sandflies von innen gegen das Außenzelt fliegen, dann kostet es doch ein bisschen Überwindung rauszugehen und das Frühstück zu holen. 
Kommentare wie: ‘Little black fellas are still biting, aye?’ mutern dann auch nur bedingt auf.
Naja, wir wissen also mittlerweile warum es hier Insektenschutzmittel mit 30%, 40%, 80% oder sogar 100% DEET (der Wirkstoff ist zu 20% in Autan drin) und sogar Sonnencreme mit 40% DEET zu kaufen gibt.
Bei einem abendlichen Ausflug zu den Pancake Rocks konnten wir dann das Tier beobachten, welches die Neuseeländer wohl noch mehr als die Sandflies hassen.
Das Possum wurde ursprünglich mal aus Australien hier eingeführt um eine Fellindustrie zu schaffen, aber mittlerweile würden die Neuseeländer am liebsten alle Possums erschießen, erschlagen, überfahren oder sonstwie ins Jenseits befördern.
Die eigentlich ganz putzigen Tierchen haben sich mittlerweile nämlich zur größten Bedrohung für die heimischen Vögel entwickelt, von denen viele auf dem Boden brüten oder sogar gar nicht fliegen können.
In Neuseeland haben wohl die wenigsten Leute Probleme damit Fell zu tragen – wenns denn von Possums kommt – und uns wurde schon geraten möglichst viel Possum zu kaufen, da wir so die Vögel schützen können.
In Australien stehen die Possums übrigens unter Naturschutz.
Von Greymouth, wo wir ein paar Tage im Hostel verbrachten, fuhren wir weiter Richtung Süden, wo Gletscher aus den eisigen Höhen der neuseeländischen Alpen fast bis zur Küste vordringen.
Es ist wohl recht einmalig, dass ein Gletscher 20km von der Küste entfernt ist und sich so weit ins Tal erstreckt, dass oberhalb von ihm noch Regenwald wachsen kann.
In einem Gebiet, dass im Schnitt 4000mm Niederschlag im Jahr abbekommt – Wuppertal als regenreichste Stadt Deutschlands mit grade mal 1150mm kann da nicht mithalten – haben wir dann auch mal gemerkt, was Heavy Rain in der Wettervorhersage heißt…
Die neuen Scheibenwischer waren jedenfalls schon fast überfordert.
Aber durch Regen darf man sich in dieser Gegend sowieso nicht davon abhalten lassen aus dem Haus (oder Auto) zu gehen, denn eigentlich wirkt die Landschaft erst mit dem entsprechenden Wetter richtig – und das ist halt nunmal der Regen.

Die Westcoast


Pancake Rocks


Das Possum sieht ja eigentlich ganz putzig aus, wie es da sein Käsebrot mampft.


Zufahrt zum Franz-Jospeh Glacier



Schnell noch nen Foto machen und dann die Keas vertreiben…

… sonst passiert sowas.

Der Fox Glacier

Nach 3 Stunden und 1000 Höhenmetern endlich die gradiose Aussicht!


Sooo große Schritte mussten wir machen.

Das letzte Exemplar des neuseeländischen Waldelefanten

Fox Glacier von unten…

… und von oben

Das ist doch mal nen Ausblick auf die 3000er Aoraki/Mt. Cook rechts und Mt. Tasman links – dachten sich die anderen auch…

Blick vom Strand auf Aoraki und Mt. Tasman