Unsere verbleibenden Tage auf der Südinsel ließen sich mittlerweile schon an zwei Händen abzählen und unser letzter Aufenthalt mitten in den neuseeländischen Alpen sollte der Arthur’s Pass werden.
Die Straße verbindet Christchurch – die größte Stadt der Südinsel – mit Greymouth, einem Ort an der Westküste und wurde im 19. Jahrhundert während des Goldrausches gebaut, um den Transport von Christchurch in die Goldsucher-Gebiete der Westküste zu erleichtern. Das die Straße dabei durch grandiose Bergwelt führt soll uns da nur recht sein.
Es ist schon erstaunlich, was die Neuseeländer für einen Aufwand betreiben müssen um solche Passstraßen befahrbar zu halten, das sieht man neben der Milford-Road gerade hier. So wurde die alte Straße in den 50er Jahren an einer Stelle durch Erdrutsche fast komplett zerstört und auf das neue Viadukt, was durch erdrutsch-, lawinen- und erdbebengefährdetes Tal führt, sind die Neuseeländer mächtig stolz.
Auf unserem Weg hoch zum Arthur’s-Pass Village haben wir auf einem der wohl schönsten Zeltplätze unserer Reise übernachtet, mit Ausblick auf die Berge und neben einem riesigen Flussbett, das aber im Sommer scheinbar komplett ausgetrocknet ist – zumindest war unsere Wassersuche recht erfolglos.
Arthur’s Pass-Village ist ein reiner Touristenort und besteht wie Mt.-Cook-Village nur aus ein paar Herbergen, Cafes und einem Visitor Centre, strahlt allerdings eine ganz andere Atmosphere aus. Es zwängt sich zwischen Passstraße und dicht bewachsenen, steil aufragenden Bergen und lässt somit noch die Anstrengungen und den Pioniergeist der Erbauer der Straße spüren. Für uns ging es nun aber nicht an die Westküste, sondern nach Christchurch.
Christchurch hat uns sehr gut gefallen, da es sich uns irgendwie schneller geöffnet hat als Dunedin und wir so mehr von der Stadt ‘mitbekommen’ haben.
Mit schöner Innenstadt, großem Botanischen Garten (das Markenzeichen hier von jeder größeren Stadt), einer echt spannenden Art-Gallery und vielfältigem Markt mit allerlei Leckereien gibts einiges zu sehen. Leberkäs vom deutschen Metzger, Thüringer Bratwurst nach Originalrezept und Waffeln aus dem Schwarzwaldhaus, das überraschend authentisch aussah, obwohl die Besitzerin noch nie in Deutschland gewesen ist, waren sehr beliebt (nicht nur bei uns
).
Da unsere Versuche einen Kiwi in der Natur zu sehen bis jetzt ziemlich erfolglos waren, sind wir in den Tierpark ‘Willowbank’ gefahren, der gleichzeitig die größte Kiwiaufzuchtstation beherbergt. Dort gibts ein ganzes Haus, wo einfach Tag und Nacht künstlich vertauscht sind, so dass man die nachtaktiven Kiwis auch tagsüber in nahezu her Dunkelheit sehen kann.
Die Kiwis sind total lustig! Erstmal sind die wirklich riesig – wie wir ja schon an den ausgestopften in Wellington sehen konnten – der Körper ist bestimmt so groß wie ein Fußball und mit Beinen, Kopf und Schnabel hat so ein Tier schon ne beachtliche Größe. Der Schnabel ist bestimmt 15cm lang und damit graben und riechen sie im Boden nach Insekten – die Nasenlöcher sind nämlich ganz vorne am Schnabel. Denen kann man echt lange zugucken, wie sie da so rumlaufen und alles durchwühlen.
Blitzen war natürlich nicht erlaubt, was aber eine Japanerin wohl nicht mitbekommen hat und der zu Tode erschreckte Kiwi ist erstmal bei seinem Fluchtversuch frontal gegen einen Baum gerannt
. Gucken können sie nämlich nicht so gut. Das Foto unten ist leider alles was bei fast absoluter Dunkelheit geklappt hat.
Nach Christchurch haben wir noch einen Abstecher auf die Banks-Peninsula gemacht, die östlich von Christchurch ins Meer hineinragt. Das kleine Städtchen Akaroa auf der wohl durch einen Vulkan entstandenen Halbinsel ist die einzige französische Siedlung Neuseelands. Hier kommt direkt Urlaubsfeeling auf! Wir haben auf einer Farm gewohnt und von der Terrasse des Hostels in die Bucht von Akaroa geguckt. Traumhaft!
In der Bucht von Akaroa sind zahlreiche Delphine unterwegs, die wir auf einer Kajaktour aus nächster Nähe gesehen haben. Es ist schon ein irres Gefühl, wenn die Delphine unterm und um das Kajak herum schwimmen (auch wenn sie bei uns so früh am morgen noch etwas müde waren…).
![]()
Denkmal für Arthur, den Entdecker des Arthur’s Pass
![]()
Und mal wieder ein Kea, dieses Mal gibt’s Banane
![]()
Eine Gute Tat am Tag… (im Botanischen Garten von Christchurch)
![]()
Ist zwar ne Gans, macht aber Geräusche wie nen rülpsender Esel
![]()
Es gibt sogar einige wenige Wallabies in Neuseeland (und das nicht nur im Tierpark)